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um 676 – 4. Dezember 749

Johannes Damaskenos

Johannes von Damaskus · Yuhanna ad-Dimashqi · Mansur ibn Sarjun

Mönch · Theologe · letzter griechischer Kirchenvater

Geboren in
Damaskus (Kalifat der Umayyaden)
Gestorben in
Kloster Mar Saba, Judäa
Gedenktag
4. Dezember
Bekannt für
  • Pege gnoseos („Quelle der Erkenntnis") — erste systematische ostkirchliche Dogmatik
  • Drei Reden gegen die Bilderstürmer (~726–730)
  • Verteidiger der Ikonenverehrung
  • Hochrangiger Beamter am Kalifenhof, später Mönch in Mar Saba
  • Brücke zwischen griechisch-christlicher und arabisch-islamischer Welt

Johannes Damaskenos lebt an einer der bemerkenswertesten Schnittstellen der Geschichte. Er wird um 676 in Damaskus geboren — eine Stadt, die kaum vierzig Jahre zuvor an die arabischen Eroberer gefallen ist. Sein Vater Sarjun trägt den arabischen Namen Mansur und ist hochrangiger christlicher Beamter im Finanzwesen des Kalifen. Auch Johannes selbst dient zunächst dem Umayyaden-Hof, vermutlich in ähnlicher Funktion. Er spricht Griechisch wie Arabisch — eine Brücken-Existenz zwischen zwei Welten, die sich gerade neu sortieren.

Irgendwann zwischen 700 und 720 zieht er sich aus dem Staatsdienst zurück und wird Mönch im Kloster Mar Saba in der judäischen Wüste südlich von Jerusalem. Hier entsteht sein Hauptwerk: die Pege gnoseos — die „Quelle der Erkenntnis”, in drei Teilen (Philosophie, Häresien- Übersicht und De fide orthodoxa, „Über den rechten Glauben”). Es ist die erste systematische Dogmatik der griechischen Theologie, in der er die patristische Tradition geordnet zusammenfasst. Das Werk bleibt bis weit ins Mittelalter Standardlektüre — Thomas von Aquin zitiert daraus.

Berühmter aber wurde Johannes durch seinen Einsatz in einer zeitgenössischen Krise: dem Bilderstreit. Ab 726 ließ Kaiser Leon III. in Byzanz die Ikonen aus den Kirchen entfernen und die Bilderverehrung verbieten. Johannes — der sicher außerhalb des byzantinischen Zugriffsbereichs im Kalifat saß — schrieb drei Apologien gegen die Ikonenstürmer. Seine Argumentation hat bis heute Gewicht: Wenn Gott in Christus selbst Bild geworden ist, kann man Bilder seiner Heiligen ehren ohne in Götzendienst zu fallen. Diese Theologie hat das Konzil von Nizäa II (787) später bestätigt — auch wenn Johannes diesen Sieg nicht mehr erlebte.

Er starb am 4. Dezember 749 in Mar Saba. Die Kirche verehrt ihn als „Letzten der Väter” — den Abschluss der großen patristischen Epoche.

Sein Beiname „von Damaskus” ist mehr als geographische Notiz: Er markiert eine Identität zwischen Welten. Johannes ist arabischer Christ und griechischer Theologe zugleich. In der antiochenischen Tradition wird er besonders verehrt — viele Gemeinden tragen seinen Namen, darunter die Gemeinde St. Johannes von Damaskus in Walldorf.

Wichtigste Werke
  • Pege gnoseos / Quelle der Erkenntnis (mit „De fide orthodoxa")
  • Drei Apologien gegen die Ikonenstürmer
  • Barlaam und Josaphat (zugeschrieben)
  • Liturgische Hymnen (u. a. der Ostercanon)
Gemeinden mit Johannes Damaskenos als Patron